Finn Mattis

Am 5.5.2018 haben wir überraschenderweise einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand gehalten. Nachdem die Schwangerschaft durch den Gynäkologen bestätigt und der 2.1.2019 als errechneter Entbindungstermin uns mitgeteilt worden ist, folgte eine komplikationslose Schwangerschaft.

Mein Mann und Ich überlegten zeitnah, wo soll der kleine Mann zur Welt kommen? Da ich aus verschiedenen Gründen nicht im Krankenhaus entbinden wollte, guckten wir uns das Geburtshaus an. Uns gefiel es dort auf Anhieb, eine tolle Atmosphäre und SUPER nette und kompetente Hebammen durften wir kennenlernen.

Nach dem Geburtsvorbereitungskurs und dem Schwangerschaftsgymnastikkurs festigte sich die Entscheidung.

Der errechnete ET rückte immer näher, der 2.1.2019 verstrich und Wir wurden immer aufgeregter, es passierte noch nichts. Der kleine Mann lässt sich noch Zeit hieß es am 3.1.19 vom Gyn. und am 5.1.19 von Lisa bei dem Vorsorgetermin, der Muttermund ist noch weit hinten und zu. Doch Ich hatte das Gefühl das unser Sohn an dem Wochenende das Licht der Welt erblickt, und so war es auch.

Am Samstagabend lenkten mein Mann und Ich uns noch mit einem Besuch bei Freunden ab. Ab und zu ein leichtes Ziehen im Unterleib habe ich gemerkt, dachte mir dabei jedoch nicht viel. Bis die Wehen um 22 Uhr so stark waren das wir wieder nach Hause fuhren, um noch ein bisschen Schlaf zu bekommen bevor es richtig losgeht. An Schlaf war jedoch nicht mehr zu denken die Wehen nahmen bis 0 Uhr so stark zu das wir die Zeit stoppten, die Wehen kamen ca. alle 6 min für ca. 40 Sek., also laut 3-2-1 Regel noch genug Zeit.

Wir versuchten weiter zu schlafen.

Mein Mann rief Lisa um 3:30 an, da die Wehen immer mehr zunahmen und mittlerweile schon alle 3 -4 min. kamen und für 60-70 Sek. blieben. Lisa riet mir, mich noch mehr zu bewegen und nochmal in die Badewanne zu gehen. Danach bat ich meinen Mann nochmal bei Lisa anzurufen, um uns am Geburtshaus zu treffen. Ich hielt es nicht mehr zuhause aus, zudem hatten wir noch eine halbe Stunde Fahrt vor uns.

Um 5 Uhr trafen wir am Geburtshaus ein, Lisa wartete schon auf uns. Die Treppen hoch und schnell ins Geburtszimmer, wo Lisa mich untersuchte und uns mitteilte, dass der Muttermund bereits 5 cm geöffnet sei. Zur Entspannung bekam ich 1 Buscopan und 1 Paracetamol Zäpfchen, und danach wieder ab in die Wanne. Nach der 2ten Untersuchung war der Muttermund auf ca. 6-7 cm geöffnet, es ging voran. Wir hangelten uns von Wehe zu Wehe und von Wehenpause zu Wehenpause, wo ich versuchte wieder neue Kraft zu schöpfen. Lisa gab mir immer mal wieder Homöopathische Tabletten, damit die Wehen nochmal intensiver und effektiver wurden. Mittlerweile traf auch Johanna im Geburtshaus ein, um unter Anderem noch eine andere Geburt zu begleiten.

 

Inzwischen war es schon 15 Uhr, der Muttermund war auf 8-9 cm geöffnet, und die Fruchtblase immer noch intakt. Es ging nicht wirklich voran, die Kraft und Motivation verschwand und kam wieder, ein auf und ab der Gefühle. Lisa entschied nach Rücksprache mit Johanna die Fruchtblase manuell zu öffnen und sprach mit uns eine eventuelle Verlegung ins Franziskus Hospital an, wenn der Muttermund sich nicht weiter öffnet und abschwillt. Wir gaben uns zusammen noch ein bisschen Zeit um die Verlegung zu verhindern. Unser Sohn hat sich davon nichts anmerken lassen, Ihm ging es gut und war noch ganz entspannt.

Lisa, Johanna, mein Mann und Ich gaben nochmal alles!

à Bewegen, Massieren, Kraft schöpfen ß

An der Stelle ein großen Dank, an die Kompetente, einfühlsame und nette Betreuung!

Eine Stunde später war der Muttermund endlich komplett geöffnet. Ich hockte mich in die tiefe Hocke vor dem Bett, mein Mann hinter mir und ich durfte mitpressen. Nach einigen Presswehen entschieden Wir uns ins Bett auf die Seite zu legen. Nach weiteren Presswehen, sagte Lisa: ,,Ich kann die Haare schon sehen, nur noch ein paar Mal mitschieben.“

In der Zwischenzeit kam Johanna dazu.

Um Finn Mattis nochmal zu helfen, auf die Welt zu kommen nutzten Wir die Schwerkraft. Dazu bin Ich mit Hilfe vor dem Bett in den Vierfüßler stand gekrabbelt. 2-3 Wehen später und der Kopf war geboren und der kleine Mann war am Schreien, Johanna und Lisa motivierten mich noch ein einziges mal mit zu schieben, um auch den Körper unseres Babys auf die Welt zu bringen.

Da war er da!

Um 16.41 hielten wir unseren Finn Mattis in den Händen und waren von unseren Gefühlen überwältigt.

Während wir unseren Sohn willkommen hießen, kam die Plazenta und ich wurde auf Geburtsverletzungen untersucht, die keine weitere Aufmerksamkeit brauchten. Zugleich haben mein Mann und Lisa die U1 bei Finn erledigt.

Nachdem mein Kreislauf stabiler war und nach einer Stärkung mit Pizza und weiterem ganz viel Gekuschel, konnte ich noch duschen. Nun verabschiedeten uns Lisa und Johanna gegen 19 Uhr am  Auto und wünschten uns 3 als Familie alles Gute.

Zuhause angekommen huschten wir schnell unter die Bettdecke und genossen die ersten Stunden als frisch gebackene Eltern.

Wir werden das unfassbare tolle und emotionale Erlebnis in guter Erinnerung halten und sind sehr dankbar für die großartige Arbeit der Hebammen, besonders von Lisa und Johanna!

Matti 12. Januar 2019

„Der fühlt sich wohl bei Ihnen“, hieß es am Mittwoch, 9. Januar, als ich das letzte Mal vor der Geburt bei meiner Frauenärztin war. Es würde vermutlich noch dauern, bis der Kleine das Licht der Welt erblickt.

Klar, dachte ich mir zu diesem Zeitpunkt noch. Immerhin war der errechnete Geburtstermin erst Ende Januar, also noch rund zweieinhalb Wochen entfernt. Doch erstens kommt es ja meistens anders und zweitens als man denkt.

Nur drei Tage später hörte ich am Morgen – noch gemütlich im Bett liegend – ein seltsames Knacken. War das ein Gelenk?, fragte ich mich.

An sich nichts Ungewöhnliches – allerdings hatte ich mich zu diesem Zeitpunkt nicht bewegt. Seltsam, dachte ich mir. Das Knacken war wohl die Fruchtblase, wie sich schnell herausstellen sollte. Als beim Frühstück dann auch noch ein leichtes Ziehen im Bereich des Unterbauchs hinzukam, war klar, dass sich unser Sohn wohl doch eher auf den Weg zu uns machen wollte, als wir dachten. „Ich bin noch gar nicht dazu bereit.

Er soll doch erst in zwei Wochen kommen“, sagte ich halb in Panik aufgelöst zum werdenden Papa.

Um 12 Uhr entschieden wir uns dazu, im Geburtshaus anzurufen. Johanna beruhigte uns erst mal und riet uns, den Tag wie gewohnt zu verbringen und zu beobachten, ob mit der Zeit regelmäßige Wehen dazukommen. Am Abend sollten wir uns dann noch einmal zu einem Kontrollanruf melden.

Gesagt, getan. Über den Tag kamen dann auch tatsächlich immer mehr Wehen dazu. Wie vereinbart, meldeten wir uns um 18 Uhr wieder bei Johanna.

Weil die Wehen in einem Abstand von vier bis fünf Minuten kamen und noch erträglich waren, entschieden wir uns dazu, erst noch zu Hause zu bleiben.

Um 20 Uhr telefonierten wir dann nochmals mit Johanna. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Wehen unangenehmer, weshalb wir uns anschließend auf den Weg nach Bielefeld machten. Schließlich stand uns eine 30- bis 40-minütige Fahrt bevor. Als wir im Geburtshaus eintrafen, hatte Johanna bereits alles vorbereitet. Mit einem freundlichen Lächeln und einer Umarmung wurden wir direkt herzlich empfangen. Auf Anhieb fühlten wir uns wohl. Nachdem wir unsere Taschen abgeladen hatten, prüfte Johanna den Muttermund. Und der war zu unserer aller Überraschung bereits fast vollständig geöffnet. Weil Liegen für mich keine Option war, wechselte ich zwischen dem Gebärhocker und der Hocke hin und her.

Regelmäßig wurden die Herztöne unseres Sohnes überprüft. Der schien ziemlich entspannt zu sein und ließ sich von der bevorstehenden Geburt nicht aus der Ruhe bringen. Immer wieder schickte Johanna mich zur Toilette – die Zaubertoilette, wie Edith, unsere zweite liebe Hebamme im Geburtshaus, sie scherzhaft etwas später nannte. Auch wenn ich meistens keine Lust hatte, den Weg zur Toilette zu gehen, schaffte ich es irgendwie, mich zu überwinden. Und der Gang zur „Zaubertoilette“ sollte tatsächlich helfen. Schon bald fingen die Presswehen an. Mit der Unterstützung meines Freundes, der mich wortwörtlich auffing, wenn ich bei den Wehen die Schwerkraft mithelfen lassen sollte und mich vom Stand in die Hocke fallen ließ, dauerte es nicht mehr lange. Um 23.54 Uhr erblickte unser kleiner Matti das Licht der Welt. Nach der ersten Untersuchung und Kuschelzeit im Bett brachte Johanna uns geschmierte Brote und frisches Obst. Um etwa 3 Uhr durften wir als frisch gebackene, kleine Familie nach Hause fahren.

Rückblickend sind wir unglaublich glücklich, dass wir uns für das Geburtshaus entschieden haben. Wir hätten uns an diesem Tag wohl keine angenehmere Atmosphäre für die Geburt und erst recht keine besseren Hebammen als Johanna und Edith wünschen können. Beide hatten stets ein Lächeln auf den Lippen, sprachen mir Mut zu und unterstützten uns, wo sie nur konnten. Aber auch schon in der Zeit vor der Geburt kümmerten sich alle Hebammen, die wir kennenlernen durften, liebevoll um uns.

Jeder einzelnen merkt man einfach an, dass sie ihren Job mit Leidenschaft und Hingabe macht. Vielen Dank für diese wunderschöne Erfahrung! Wir kommen gerne wieder 😉

 

Amalia

Am Samstag, den15. Dezember öffnete unser Sohn seinen Adventskalender und fand einen Flummi. Mit dem musste natürlich gespielt werden. Wir verbrachten also den Vormittag draußen und ließen ihn umher hüpfen. Ein paar Hechtsprünge hinter dem Ball her, das Rennen und Werfen machten es Amalia wohl etwas unbequem im Bauch. Die ersten Wehen spürte ich Mittags. Aber sollte es wirklich schon los gehen? Auch wenn ich am Vortag „die Plätzchen“ gebacken hatte, die ich zum letzten mal einen Tag vor Noahs Geburt gebacken hatte, was wirklich ein schöner Zufall wäre. Nachmittags nochmal einen Spaziergang draußen, wieder mit Flummi und die Wehen wurden tatsächlich spürbarer und regelmäßiger.
Nach einer warmen Dusche um zu spüren ob die Wehen nochmal weniger würden und wir die Nacht eventuell noch Zuhause verbringen könnten, meldeten wir uns im Geburtshaus und klärten mit Lisa ab wann wir uns auf den Weg machen sollten. Nachdem die erste Geburt sehr schnell nach Ankunft im Krankenhaus los ging und es in meiner Familie auch schon eine Sturzgeburt gab, war mir wohler nicht allzu spät los zu fahren, auch in Anbetracht der weiten Strecke (35 km).
Am Geburtshaus angekommen kam dann die Ernüchterung. Der Muttermund war noch kaum geöffnet. Nach einem schönen Spaziergang, bei eisigem Wind und schönem Sternenhimmel über uns freute ich mich über eine warme Wanne. Lisa hatte schon damit gerechnet uns wieder nach Hause zu schicken, doch dann kam die Überraschung, der Muttermund hatte sich in der Zwischenzeit super geöffnet. Also noch eine Runde spazieren gehen und danach wieder in die Wanne. Mittlerweile war es Sonntag geworden, die ersten Kerzen mussten schon ausgetauscht werden. Lisa hatte meinen Zustand die ganze Zeit gut im Blick ohne dass ich mich beobachtet fühlte. Sie ließ uns machen und schenkte mir Vertrauen, dass ich alles selbst richtig spüren würde.
Als die Fruchtblase in der Wanne platzte und die Wehen danach schmerzhaft wurden, half Lisa mir mich wieder auf die Atmung zu konzentrieren. Ich entschied mich im Wasser zu bleiben und unsere Tochter hier zur Welt zu bringen. Dies war auch schon bei unserem Sohn der Wunsch, dann ging aber alles zu schnell.
Johanna war inzwischen eingetroffen, las Lisas Protokoll und war dann als zweite aufmerksame Begleiterin an unserer Seite. Vielen Dank, dass ihr uns habt ausprobieren lassen aber auch gemerkt habt wann ein guter Rat hilfreich und nützlich sein könnte, wie die Veränderung der Position. Lisa hat uns durch die Geburt geleitet und Johanna war als weitere Stütze mit guten Ideen an ihrer und somit auch unserer Seite. Ich fand ihr habt super zusammen gearbeitet, alles lief wunderbar Hand in Hand.
Es dauerte dann schon gar nicht mehr lang und Amalia war da. Ein winziges, haariges, zerknautschtes Wunder. Nachdem wir kurz die Zeit mit ihr genießen konnten, hat Johanna sie für die U1 mit dem Vater entführt. Während Lisa mit mir auf die Plazenta warteten. Die wollte nicht so recht kommen, doch nach ein wenig Locken und gut Zureden hat sie dann auch ihren Weg gefunden. Frisch geduscht und glücklich auf dem Bett konnten wir dann Johanna und Lisa beim Plazenta-Puzzle zuschauen- „sind alle Teile da?!“
Nach einer stärkenden Suppe und etwas Brot hieß es dann schon fast Abschied nehmen. Johanna hat rücksichtsvoll und sanft meine Dammverletzung genäht und dann sind wir erstmal in den Vorsorgeraum umgezogen, damit alles für die nächste Geburt, die sich schon angekündigt hatte, vorbereitet werden konnte. Dort haben wir Amalia angezogen und Lisa und Johanna haben sich nochmal alle Zeit genommen sich von uns zu verabschieden. Wir sind dann keine Minute zu spät gegangen, im Treppenhaus kam uns schon das nächste Paar entgegen.
Bei der letzten Vorsorgeuntersuchung hatte ich noch zu meinem Mann gesagt „hoffentlich kommt das Baby Abends oder Nachts, hier kann man sicher eine schöne Nachtwanderung machen:“ Der Wunsch hat sich erfüllt. Die Wünsche, die wir mit der Entscheidung verbunden haben ins Geburtshaus zu gehen aber auch. Wir hatten sehr fähige Begleiterinnen die uns den Weg durch diese Nacht gezeigt haben, die uns gut beobachtet haben, ohne dass wir uns überwacht fühlten,

die gute Anregungen gaben ohne meine Intuition anzuzweifeln und uns sehr transparent in alle Schritte mit einbezogen haben Also vielen Dank für so einen guten Start ins Leben, so liebevolle, respektvolle und professionelle Unterstützung und das Vertrauen darein, dass wir schon gut wissen was wir brauchen und wie wir gut ans Ziel kommen könnten. So eine Geburtserfahrung wünscht man jedem und macht auf jeden Fall Lust auf Wiederholung. Vielleicht also bis bald?!

Romy Valentina

Geburtsbericht Romy Valentina

Schon seit der 20 Ssw hatte ich vermehrt mit Übungswehen zu tun, sodass sich mein Gebärmutterhals verkürzte (ich habe auch eine angeborene Bindegewebsschwäche). Daher bekam ich in der 30 Ssw ein Pessar Cerclage eingesetzt, welches in der 37 Ssw entfernt wurde. Danach hatte ich schon oft Wehen, bei denen ich dachte, oh, wenn die stärker werden, geht’s bald los. Aber es dauerte noch etwas und dann…
am 11.9 bin ich morgens um halb 6 uhr nach einer gut geschlafenen Nacht mal wieder mit einer Wehe wach geworden. Da habe ich mir aber noch nicht viel bei gedacht, weil ich ja eh schon viele Wehen immer mal wieder hatte. Dann bin ich erstmal auf Toilette und schon wieder ne Wehe und schon ordentlich schmerzhaft dachte ich mir. Dann wollte ich mich nochmal hinlegen immer noch in dem Glauben, dass es sicher wieder aufhört. Aber nein, im Gegenteil, die nächsten Wehen musste ich schon veratmen. Nun weckte ich dann meinen Mann und sagte ihm, dass heute Romy auf die Welt kommt. Auf dem Weg zum Telefon wieder Wehen zum Veratmen…Puh dachte ich…Wie soll das denn noch werden??? Wir müssen doch noch nach Bielefeld (ca. 30-40 min. Fahrt). Schon bei den letzten Vorsorgen wurde ich darauf vorbereitet, zu Hause nicht mehr in die Badewanne zu gehen oder zu lange zu warten, weil der Gebärmutterhals kurz und alles weich ist. Nicht, dass die Dame noch zu Hause raus möchte ;).
Ich wählte die erste Hebammennummer, Sabine war dran und erzählte wie der Zustand ist…Sie fragte nach der Uhrzeit, kurz vor halb 7, ihr Wecker sollte gleich klingeln :), und sagte nur…fahrt mal los…Ihr müsst ja noch über die Autobahn…oh ja…
Nagut, schnell die Oma für die Große angerufen und als sie da war ging es los. 07:10-07:45 Uhr, Autofahrt ins Geburtshaus…furchtbar war es…
Sabine und Lisa warteten schon draußen und ich schimpfte erstmal zwischen den Wehen. Das tat gut. Aber es war wie bei der Großen, diese Wärme von Sabine und Vertrauen gebende Umgebung beruhigten mich schnell.
Wir gingen direkt ins wunderschöne Geburtszimmer und als ich mich etwas erholt hatte, untersuchte sie mich. Mumu 5cm offen und alles ganz weich. Da war ich erstmal froh.
Die nächsten Wehen waren sehr intensiv und ich merkte da passierte was. Mein Mann war super und unterstützte mich so gut, dass Sabine uns machen ließ.
Nun sollte ich nochmal zur Toilette. Da fingen dann auch schon die Presswehen an und Sabine erlaubte mir dem Druck nachzugeben.
Wieder im Geburtszimmer kamen noch 2 Wehen im Vierfüßlerstand und dann ging ich gestützt von meinem Mann in die tiefe Hocke…nach 2 Presswehen war das Köpfchen da und dann musste Sabine ein bisschen nachhelfen, weil der Körper etwas feststeckte. Dann aber war sie da…8:43 Uhr, Edith schaffte es nicht mehr zur Geburt, In ihrer Fruchtblase die erst kurz nach dem Austreten platzte…Eine Glückshaubengeburt…Wie schön, dachte ich.
Ich nahm sie sofort an meine Brust und wir genossen das wahnsinnig tolle Gefühl zu dritt.
Wir legten uns ins Himmelbett, ließen einen kleinen Dammriss versorgen, nachdem die Plazenta vollständig kam und kuschelten und stillten.
Nach einem tollem Frühstück, einer Dusche und in der Zeit erledigten U1, wo mein Mann mithalf, fuhren wir gegen 12 uhr wieder heim und freuten uns darauf, unserer ersten Tochter ihre Schwester zu zeigen.
Das war wirklich eine sehr schöne Geburt.
Vielen Dank nochmal an alle Hebammen, besonders Sabine, Edith und Lisa bei der Geburt, aber auch allen anderen für eure kompetente Arbeit. Wir haben zwei gesunde Mädchen bei euch geboren und wir sind sehr dankbar dafür!
Lg Vanessa und Marc mit Mona Johanna und Romy Valentina

Aram Alexander

Aram Alexander

Auch wenn wir leider nicht die erhoffte Bilderbuchgeburt im Geburtshaus erleben durften und eigentlich alles komplett anders kam, als wir es uns vorher vorgestellt hatten, haben wir Arams Geburt insgesamt in sehr guter Erinnerung behalten und sind unendlich dankbar für die wunderbare und ausnahmslos kompetente Unterstützung der Hebammen im Geburtshaus und im Franziskus Hospital. Dieser Bericht soll deshalb allen Schwangeren mögliche Ängste vor einer Verlegung nehmen.

Aber der Reihe nach: Nachdem meine Schwangerschaft von meiner Ärztin bestätigt wurde, vereinbarte ich direkt am Tag darauf einen Termin im Geburtshaus, in dem mittlerweile schon einige Kinder aus unserem Freundeskreis auf die Welt gekommen sind und das uns stets als ein wunderbarer Ort für Geburten beschrieben wurde. Sebastian und ich waren zu dem Zeitpunkt einer Krankenhausgeburt aus vielerlei Gründen sehr skeptisch gegenüber eingestellt und wir freuten uns deshalb sehr über den Termin für ein erstes Kennenlerngespräch und die Aussage, dass die begrenzten Kapazitäten des Geburtshauses für den August noch nicht erschöpft waren. Das erste Treffen im Geburtshaus hatten wir mit Kathi, die später auch die Geburt von Aram begleitete. Es folgten dann viele schöne Vorsorgetermine, die ich abwechselnd bei meiner Ärztin und im Geburtshaus wahrnehmen konnte und nach einer absolut unkomplizierten Schwangerschaft blickte ich schon ab Mitte Juli sehr vorfreudig (= ungeduldig) dem Geburtstermin entgegen, der auf den 26. August berechnet wurde.

Zu Beginn meines Mutterschutzes erkrankte leider meine Mutter schwer und die Wochen bis zum Geburtstermin waren von diversen Krankenhausbesuchen, Arztgesprächen und leider auch von schlaflosen Nächten und Sorgen geprägt, die – so rede ich es mir zumindest ein – vermutlich auch dazu führten, dass unser lieber Aram keine Anstalten machte, vor bzw. zum Geburtstermin auf die Welt zu kommen. Meine Ungeduld (und mein Gewicht) nahmen mit jedem Tag zu und ich bin unendlich dankbar für den Zuspruch und die Geduld von Sebastian, unserer Familien und unserer Freunde, die vermutlich auch sehnlich der Geburt von Aram und dem Ende meiner „Heute kommt er bestimmt“ – Ankündigungen entgegenblickten. Schon am ET+8 hätte ich am liebsten den berühmten Wehencocktail zubereitet, aber Dori und Johanna, bei denen ich noch Vorsorgetermine wahrnahm, rieten mir völlig richtig dazu, zu warten, bis Aram den Startschuss gab. Alle mir bekannten Weheneinleitungstipps zeigten auch bis zum ET+11 keine Wirkung, sodass für den ET+12 schließlich doch ein Termin mit Edith vereinbart war und ich anschließend den Cocktail trinken sollte. Als hätte es Aram geahnt, setzten in der Nacht vor dem Termin leichte aber regelmäßige Wehen ein, sodass Sebastian noch vor dem 11 Uhr-Termin im Geburtshaus entschied, sich für die nächsten drei Monate von der Arbeit in die Elternzeit zu verabschieden und mich ins Geburtshaus zu begleiten. Dort war auch Edith begeistert von dem Startschuss, der nun endlich gefallen war und schickte uns ohne die Anweisung, den Cocktail zu trinken, wieder nach Hause, um zunächst noch auf stärkere Wehen zu warten. Gegen halb sechs am Abend wurden die Wehen dann deutlich intensiver und um halb sieben schaute Kathi, die an dem Abend als erste Hebamme eingeteilt war, bei uns vorbei. Zu dem Zeitpunkt war der Muttermund noch kaum geöffnet. Wir sollten uns zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal melden. Nur eine Stunde später steigerten sich die Wehen deutlich und die Wehenabstände reduzierten sich auf unter eine Minute, sodass Sebastian gegen halb neun noch einmal mit Kathi telefonierte und wir verabredeten uns auf viertel vor zehn im Geburtshaus. Die Zeit bis dahin schien mir wie in Zeitlupe zu vergehen und das regelmäßige Atmen fiel mir schwer, obgleich Sebastian mir immer wieder gut zuredete und mich mit Hilfe des gemeinsamen Atmens daran erinnerte, langsam zu atmen. Im Geburtshaus angekommen nahmen Kathi und Lisa, die an dem Tag ihre erste Geburt begleiten sollte, uns in dem liebevoll vorbereiteten Geburtszimmer in Empfang. Kathi schickte mich direkt in die Badewanne und gab mir ein Zäpfchen, damit ich wieder etwas entspannte und sich die Abstände zwischen den Wehen wieder verlängerten. Erst nach der Geburt recherchierte ich die Risiken des Wehensturms und realisierte, wie kompetent und einfach großartig Kathi und Lisa reagiert hatten und mit ihrer ruhigen Art eine Verlegung zu dem Zeitpunkt verhindern konnten. In der Wanne entspannte ich schließlich so sehr, dass wir gegen Mitternacht einen Spaziergang machen mussten, um die Wehen wieder anzuregen. Der berühmte Weg bergauf zu den Weinstöcken zeigte auch seine Wirkung, allerdings war der Muttermund nach unserer Rückkehr erst 4 cm geöffnet und in der Zwischenzeit hatte

sich eine weitere Geburt angekündigt. Während Sebastian und ich im Geburtszimmer verweilten und auf wieder stärkere Wehen und die weitere Öffnung des Muttermundes warteten, hörten wir nebenan schon das erste Baby schreien. Das erste, denn nur kurze Zeit später kündigte sich eine weitere Frau an. Drei Geburten in einer Nacht hatte es im Geburtshaus seit vielen Jahren nicht gegeben und da es bei uns nicht weiterging und die räumlichen Kapazitäten des Geburtshauses begrenzt sind, schlug Kathi uns vor, noch einmal nach Hause zu fahren, um so auch eine Verlegung ins Krankenhaus weiter hinauszögern. So sehr wir uns für die anderen beiden Familien freuten, so frustrierend war selbstverständlich der Gedanke, nun ohne Kind wieder nach Hause fahren zu müssen und irgendwann später dann noch einmal den kurzen aber mir unter den Wehen als sehr unangenehm wahrgenommen Weg zum Geburtshaus fahren zu müssen.

Kaum wieder Zuhause angekommen konnte Sebastian endlich ein paar Stunden schlafen, während bei mir langsam die Wehenaktivität wieder zunahm. Als um halb acht Kathi anrief und sich nach uns erkundigte, waren die Wehen wieder so stark wie am Abend zuvor und sie entschied, zu uns zu kommen, um mich zu untersuchen. In der Zeit bis zu ihrer Ankunft steigerten sich die Wehen noch einmal deutlich, sodass ich schon zu Sebastian sagte, dass wenn der Muttermund jetzt nicht ausreichend für eine Fahrt ins Geburtshaus geöffnet sei, ich einer Verlegung ins Krankenhaus zustimmen würde. Kathi stellte dann leider tatsächlich nur eine 6cm-Öffnung des Muttermunds fest, der mittlerweile zudem geschwollen war und empfahl die Verlegung, da ihrer Einschätzung nach eine natürliche Geburt noch bis zum Nachmittag andauern würde und ihres Erachtens es nun an der Zeit für Schmerzmittel war. Gesagt getan: Damit ich schnell im Kreissaal des Franziskus Hospitals aufgenommen werden konnte, rief Kathi noch von uns zu Hause aus dort an, packte mich schließlich in ihr Auto und begleitete mich zum Kreissaal, während Sebastian, der hinter uns herfuhr, an der Anmeldung die Formalia erledigte. Im Kreissaal angekommen, unterstützte Kathi noch die Hebamme beim Anlegen des CTG, wartete, bis Sebastian bei uns eintraf und sprach uns nochmal Mut zu. Vielen Dank noch einmal dafür, liebe Kathi – dein Engagement war wirklich großartig!

Im Kreissaal ging es dann recht schnell: Nachdem weder Lachgas noch der Wehenhemmer eine schmerzlindernde Wirkung zeigten, riet der behandelnde Arzt mir zur PDA. Ich, die vor Arams Geburt noch der Ansicht war, dass ich nicht besonders schmerzempfindlich bin und deshalb bestimmt keine Medikamente oder gar eine PDA benötigen werden würde, sagte sofort ja und las mir nicht mal mehr den Aufklärungsbogen durch. Bis die PDA gelegt wurde, dauerte es zwar nochmal eineinhalb Stunden, aber die PDA zeigte dann schließlich sofort ihre schmerzbefreiende Wirkung. Nachdem ich dazu aufgefordert wurde, nun erst einmal etwas zu schlafen, schickte ich Sebastian nach Hause, damit er auch noch etwas essen, schlafen und duschen konnte, bevor es dann wieder richtig losgehen sollte. Nur eine Stunde später fand die Entspannung allerdings ein abruptes Ende: Eine Hebamme stürmte in den Kreissaal und bat um mein Einverständnis, Blut aus dem Kopf unseres Babys entnehmen zu dürfen, da sich dessen Werte deutlich verschlechtert hatten. Umgehend nach der Blutentnahme kehrte die Hebamme mit einer weiteren und dem Arzt zurück und eröffnete mir, dass ein Notkaiserschnitt erfolgen müsse, da die Sauerstoffwerte von Aram eine weitere Verzögerung der Geburt nicht zulassen würden. Ich durfte noch kurz Sebastian anrufen und ihm mitteilen, dass Aram nun geboren werden würde, dann wurde ich über die Versorgungsfahrstühle in den OP gefahren – voller Sorge, dass sich nun meine schlimmste Befürchtung erfüllen würde und wir unser Baby verlieren würden. Der Arzt sprach mir zwar netterweise noch gut zu und versuchte mir diese Sorge zu nehmen, der Anblick eines mehrköpfigen OP-Teams und die schnell verabreichte Vollnarkose bewirkten jedoch das Gegenteil. In der Zwischenzeit traf Sebastian auch wieder im Krankenhaus ein, wartete vor dem Kreissaal, ergoogelte noch schnell die Dauer eines Kaiserschnitts (ca. 20 Minuten) als schließlich unsere Hebamme mit einem Bündel Tücher auf dem Arm an ihm vorbeiging. Als er sie ansprach, um sich nach mir zu erkundigen, erwiderte sie, „Ach, Sie sind ja der Mann, oder? Hier, das ist Ihr Sohn“, und drückte ihm unseren Aram in den Arm. Als ich schließlich eine halbe Stunde später wieder auf die Station gebracht und in ein Zimmer gefahren wurde, wartete Sebastian bereits mit Aram an seiner Brust auf mich. Unendlich glücklich genießen wir seitdem jede Minute mit unserem Baby, der nächste Woche bereits vier Monate alt wird

und sind dankbar für die wunderbare und kompetente Versorgung im Geburtshaus und im Krankenhaus, dank der unser Aram kern gesund auf die Welt gekommen ist.