Fenja

 

Da wolltest du lieber zuhause auf die Welt kommen…

Wir gehörten zu den glücklichen Nachrückern im Geburtshaus. Besonders im Coronajahr und mit Blick auf die groß angekündigte zweite Welle, in der unser Entbindungstermin lag, freuten wir uns umso mehr, da ich unbedingt meinen Mann bei der kompletten Geburt dabei haben wollte. Aufgrund dessen schafften wir es jedoch in den Vorsorgeuntersuchungen nicht ganz alle Hebammen dort kennenzulernen, uns fehlte genau eine. Da mein Eindruck von allen Hebammen bisher jedoch durchweg positiv war, störte mich diese Tatsache kaum. Insgeheim wünschte ich mir aber schon ein vertrautes Gesicht bei der Geburt anzutreffen.

Nachts fing ich an zu tröpfeln und ich dachte zunächst, dass ich einfach Urin verliere, was ja nicht ungewöhnlich in den letzten Wochen einer Schwangerschaft sein soll. Mein Frauenarzt teilte mir zwei Tage vorher noch mit, dass er vermutet, dass die Schwangerschaft noch locker zwei Wochen dauern wird. Die Kleine hätte grad erst angefangen sich ins Becken zu schieben. Ich ärgerte mich noch, weil ich überhaupt keine Lust mehr hatte schwanger zu sein. Als ich jedoch die ganze Nacht hindurch immer wieder tröpfelte, war ich von der Behauptung meines Gyns doch nicht mehr so überzeugt. Morgens wachte ich dann auf und verspürte ab und an ein leichtes Ziehen im Unterleib, als ob ich meine Periode bekam. Ich weckte meinen Mann und teilte ihm mit, dass ich glaube, dass es jetzt losgeht. So schnell habe ich ihn noch nie aufstehen sehen. Ich rief die Hebammenrufbereitschaft an und hatte dabei noch immer meinen Wunsch im Kopf die Person an der anderen Leitung schon zu kennen. Pustekuchen, es war genau die eine, die ich nicht kannte.

Lisa lud uns zur Kontrolle zunächst erstmal ins Geburtshaus ein und schon war die anfängliche Fremdelphase verflogen, weil auch Lisa direkt super sympathisch war. Bei der Untersuchung wurde schnell klar, dass ich Fruchtwasser verliere und der Muttermund leicht geöffnet ist. Kind und Mutter ging es blendend. Sie schickte uns also erstmal noch nach Hause mitsamt den Zutaten für den berüchtigten Wehencocktail. Sollten die Wehen bis Mittag aussetzen, solle ich den nehmen. Schließlich muss das Kind nach Platzen der Fruchtblase innerhalb der nächsten 24h geboren werden. Wir sollen sie auf dem Laufenden halten und dann nochmal vorher anrufen.

Wir machten uns dann auf den Weg für die letzte Gassirunde zu dritt. Auf dem Heimweg hatte ich schon Mühe konsequent zu laufen, da ich alle 5 min für eine Wehe innehalten musste. Mittlerweile war es schon Mittag. Dann ging alles recht zügig und ich schmiss schon mal eine App an, um meine Wehenfrequenz zu messen. Mein Mann rief Lisa an, um ihr mitzuteilen, dass meine Wehen nun sehr viel intensiver und häufiger sind. Ca. 2 Stunden lang ‚arbeitete‘ ich darauf hin die bekannte „3,2,1 Regel“ zu erreichen. Da mir Schmerzen sowieso schon immer sehr leicht auf den Magen schlagen, war vorher schon klar, dass ich mich häufiger von den Wehen übergeben musste. Irgendwann ließ mir mein Mann ein Bad ein. In dem Moment, in dem ich gerade die gewünschte Frequenz von alle 3 Minuten eine Wehe von 1er Minute Dauer erreichte, bekam ich auf einmal einen Pressdrang. Vor lauter Unsicherheit (denn die Frequenz soll ja eigentlich 2 Stunden dauern) unterdrückte ich das Pressen, aus Angst, dass es zu früh sei. Ich bat meinen Mann Lisa erneut anzurufen, die sich bei der Information direkt auf den Weg machte und nach ein paar Minuten schon bei uns auf der Matte stand. Lisa untersuchte mich noch in der Wanne und stellte fest, dass der Muttermund vollständig geöffnet ist. Mein Mann fragte, ob wir denn jetzt ins Geburtshaus fahren, worauf Lisa nur den Kopf schüttelte und ihm mitteilte, dass es dafür nun zu spät sei und wir nirgendwo mehr hinfahren. Lisa meinte es könne sein, dass die Kleine nun gleich schon da sei und rief Marisa aus der zweiten Rufbereitschaft an, damit die noch einiges an Material vorbeibrachte und uns unterstützte. Ich folgte nun nur noch Anweisungen und bekam nicht mehr so richtig mit, was um mich herum geschah. Ich war einfach froh, dass ich nun pressen durfte, denn das Gefühl nun nicht mehr einfach den Wehen ausgeliefert zu sein, sondern richtig mitzuarbeiten, gibt einem wirklich nochmal einen Motivationsschub. Irgendwann sollte ich aus der Wanne aussteigen und meinem Mann wurde mitgeteilt, dass er irgendwo was fertig machen sollte, damit wir da die Geburt fortsetzen können. Parallel dazu ließ mein Mann noch schnell unseren Hund abholen, damit der in dem Chaos nicht auch noch rumwuselte. Auf unserem Sofa angekommen, kam dann auch schon Marisa dazu. In der nächsten Etappe wechselte ich verschiedene Geburtspositionen durch: Die tiefe Hocke, den

Vierfüßlerstand und auch die Seitenlage. Aber ich hatte den Eindruck, dass es überhaupt nicht voran ging, trotz der tollen Instruktionen der beiden Damen. Nach ca. 2 Stunden pressen in verschiedenen Positionen war ich dann doch schon extrem erschöpft, nickte zwischen den Wehen auch für einen Sekundenschlaf mal weg. Ich dachte ich schaff das nicht und hätte keine Kraft mehr. Marisa und Lisa sprachen mir jedoch immer wieder Mut zu und motivierten mich bei jeder Wehe nochmal richtig Gas zu geben. Ich spürte am Scheidenausgang den Kopf meiner Tochter, der nach jeder Wehe jedoch immer erst wieder zurückrutschte, was sehr frustrierend war. Lisa ließ mich den Kopf sogar zwischendurch ertasten, massierte zwischendurch meinen Damm und Marisa protokollierte und maß immer wieder die Herztöne meiner Tochter. Schließlich versuchten wir es mit einer letzten Runde tiefe Hocke, wobei ich absolut keine Kraft mehr hatte mich wiederholt aus dem Stand fallen zu lassen, um die Schwerkraft nutzen zu können. Mein Mann stützte mich von hinten. Ein letzter kraftvoller Schub und meine Tochter kam mit einer Wehe komplett raus. Mein Mann und ich mit dem Blick von oben zwischen meine Beine, konnten den Moment als sie raus kam direkt in ihr wunderschönes Gesicht sehen und sie schaute uns auch entgegen. Ein Bild, das man nie vergessen wird. Geschafft!

Ich legte mich vor Erschöpfung zitternd mit Hilfe auf das Sofa und meine Tochter wurde mir direkt auf die Brust gelegt, mein Mann natürlich kuschelnd neben uns. Er durfte zudem auch die Nabelschnur durchtrennen. Die Plazenta kam nach einigen Minuten auch hinterher und wir durften sie uns auch ansehen. Man sah sogar noch den Riss in der Fruchtblase. Marisa meinte, dass die Geburt vielleicht auch für meine Tochter etwas überraschend kam, da sie noch sehr viel Käseschmiere an sich hatte. Sie sah aus wie ein kleiner Schneemann. Nach ca. einer Stunde wurden meine Geburtsverletzungen versorgt und Fenja bekam ihre U1. Das Nähen empfand ich nach dem Betäubungsspray als überhaupt nicht schlimm. Dann ging ich noch mit Lisas Unterstützung kurz duschen und wir drei gingen direkt ins Bett, wo ich Fenja das erste Mal stillte. Marisa schmiss netterweise noch eine Maschine Wäsche an. Abends verließen uns dann die beiden und wir saßen da, voller Adrenalin, bewunderten unsere Tochter und konnten trotz Erschöpfung gar nicht einschlafen. Dankeschön an Lisa und Marisa! Die beiden haben einen wirklich tollen Job gemacht!

Auch die Nachbetreuung vom Geburtshaus mit unserer Nachsorgehebamme Johanna fanden wir super. Wir hatten dann doch einige Schwierigkeiten mit dem Stillen, der Gewichtszunahme, etc. und bei allem wurde uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Ich habe den allergrößten Respekt vor der Arbeit der Damen im Geburtshaus und ziehe meinen Hut. Vielen Dank auch an Johanna!

 

Leni

 

Als wir von unserer zweiten Schwangerschaft erfuhren, war für uns schnell klar, dass auch dieses Baby wieder im Geburtshaus zur Welt kommen soll. Zu schön war die erste Erfahrung dort. Also rief ich kurz nach dem positiven Schwangerschaftstest im Geburtshaus an – gespannt, ob wir auch dieses Mal wieder das Glück haben würden, einen der begehrten Plätze zu ergattern. Und tatsächlich! Edith sagte am Telefon, dass ich gerade noch rechtzeitig angerufen hätte, da noch ein einziger Listenplatz verfügbar sei.

Glücklich darüber, dass wir die 38. Schwangerschaftswoche erreicht hatten und somit einer Geburt im Geburtshaus nichts mehr im Weg stand, ging das Warten los. Wann würde sich unsere Kleine auf den Weg machen? Wie wird sie aussehen? Wie wird ihr großer Bruder auf sie reagieren?

In der Nacht vom 1. auf den 2. Februar war es dann soweit. Dass jede Schwangerschaft und Geburt anders ist, bestätigte sich auch in unserem Fall. Denn anders als bei unserem Sohn Matti kündigte sich unsere Tochter nicht durch einen vorzeitigen Blasensprung an, sondern ganz klassisch mit Wehen. Mein Mann und ich lagen schon eine Weile im Bett, als ich um 23 Uhr herum die ersten Wehen bemerkte. Erst dachte ich noch, dass es bestimmt wieder aufhört. Allerdings kamen die Wehen schon zu Beginn sehr regelmäßig alle fünf bis zehn Minuten. Erst mal habe ich meinen Mann noch schlafen lassen und versucht, selbst ebenfalls etwas Schlaf zu bekommen. Weil alles rund anderthalb Stunden später – an Schlaf war dann leider doch nicht mehr zu denken – unverändert blieb, habe ich ihn letztendlich geweckt und gesagt, dass ich warm duschen gehe, um zu prüfen, ob die Wehen bleiben – was sie auch taten. Jetzt war spätestens klar: Es geht los! Um kurz nach 1 Uhr riefen wir schließlich die erste Hebamme an. Lisa ging auch sofort ans Telefon (sie war zu dem Zeitpunkt bereits im Geburtshaus, da eine andere Frau ebenfalls ihr Baby bekam) und meinte, wenn ich mich zu Hause noch wohlfühle und so lange die Wehen keine Minute lang sind, sollen wir ruhig erst noch abwarten. Da wir sowieso meine Eltern anrufen mussten, damit Matti nicht alleine ist, während wir im Geburtshaus sind, war das für mich überhaupt kein Problem. Also riefen wir bei meinen Eltern an. Meine Mama machte sich daraufhin sofort fertig und auf den Weg. Als sie um kurz nach halb 2 dann bei uns war, wurden die Wehen schnell länger, sodass wir uns nach einem erneuten Anruf bei Lisa um kurz nach 2 auf den Weg machten. Gegen 2.40 Uhr kamen wir am Geburtshaus an. Die Fahrt dorthin war gut, nur der einsetzende Schneeregen war zum Teil eine Herausforderung. Im Geburtshaus wurden wir schließlich von Marisa begrüßt, die eigentlich als zweite Hebamme für die andere, bereits laufende Geburt zuständig gewesen wäre. Später kam noch Judith, eine Hebammenschülerin, hinzu. Da das eigentliche Geburtszimmer natürlich schon besetzt war, ging es für uns dieses Mal ins Vorsorgezimmer, das aber nicht weniger gemütlich ist und in solchen Fällen natürlich auch für eine Geburt genutzt werden kann. Nach und nach wurden die Wehen stärker und ich bekam auch schnell das Bedürfnis mitzupressen. Anders als bei Matti fand ich den Vierfüßlerstand oder auch das Herüberbeugen über den dortigen Wickeltisch entspannend. Ziemlich bald hieß es dann, dass der Muttermund bis auf einen kleinen Rand, der bei Wehen aber bereits gut wegging, vollständig geöffnet sei. Da meine Fruchtblase zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesprungen war, fragte Marisa, ob es für mich okay sei, wenn sie sie manuell öffnet, da sie denkt, dass es dann schneller geht. Da habe ich natürlich nicht nein gesagt. Das nächste „Problem“ war dann nur, dass unsere Tochter mit dem Köpfchen noch nicht richtig im Becken lag. Deshalb sollte ich erst das rechte, dann das linke Bein bei den nächsten beiden Wehen auf einen Hocker stellen. So gelang es uns tatsächlich, das Köpfchen schnell in die richtige Position zu bringen. Danach dauerte es nur noch wenige Presswehen, bis das Köpfchen da war. Kurz darauf durften wir unsere kleine Leni um 4.30 Uhr endlich in den Armen halten und mit ihr im Bett kuscheln. Weil die Plazenta allerdings noch auf sich warten ließ, hatten wir kurz die Befürchtung, dass ich ins Krankenhaus verlegt werden muss. Erst wurden mir Wehen fördernde Tropfen verabreicht, die allerdings nicht halfen. Also mussten wir zur Oxytocin-Spritze greifen. Die wirkte zum Glück Wunder und die Plazenta wurde um 5.35 Uhr geboren. Nach einem stärkenden Frühstück durfte ich noch duschen und meine Geburtsverletzungen wurden versorgt. Im Anschluss ging es für uns nach Hause, wo wir von dem frischgebackenen Bruder sehnsüchtig erwartet wurden.

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für diese erneut positive Erfahrung im Geburtshaus bedanken. Wie beim ersten Mal haben wir uns die ganze Zeit über unglaublich gut aufgehoben und umsorgt gefühlt. Mit liebevollen Menschen an meiner Seite in einer wohligen Atmosphäre ein gesundes Kind auf die Welt bringen zu dürfen, ist doch das Schönste auf der Welt und so viel wert. Vielen Dank an das gesamte Geburtshaus-Team für eure Unterstützung vor, während und nach der Geburt. Ihr seid toll! Bleibt so, wie ihr seid.

 

 

 

 

Ylvie

„Wie Speedy Gonzales“ oder wie eilig es meine Tochter dann doch noch hatte..

 

Ich war bei ET+12 angelangt, sodass wir uns dazu entschlossen haben, mit dem Wehencocktail am 23.01. einzuleiten.

Die Ss war unkompliziert, meine Tochter lag seit Wochen tief und sehr fest im Becken, aber wollte einfach nicht loslegen.

 

Marisa war die Hebamme, die Bereitschaft hatte. Wir haben uns an ET+12 also gegen Mittag im Geburtshaus getroffen um die Einleitung zu besprechen und nochmal ein CTG zu machen.

 

Marisa gab uns, meinem Mann und mir, das äußerst „schmackhafte“ Rezept für den Cocktail und das dazugehörige Rizinusöl mit und wir sollten am Nachmittag zwischen 15 und 16h starten.

Abends verabredeten wir uns zu einem Telefonat um zu schauen, wie mein Körper auf das Öl reagiert und wie es mir geht.

 

Ich begann den Coktail um 15Uhr zu trinken, und dann 3x in Abständen von 60min. Zwischendurch bewegen und einmal baden, dann sollte meine kleine Madame sich langsam auf den Weg machen.

Der Cocktail funktionierte, durch die vermehrten Darmbewegungen begannen um 20:13Uhr die ersten Wehen. Die Abstände waren schon recht kurz, aber ich als Neumama und erfahrungslos dachte mir noch: „Och joa, alle 2,3Min, das wird sich noch einpendeln..“ (die Mehrfach-Mamas werden an dieser Stelle vllt kurz auflachen :-D) .

 

Die Wehen waren bis ca 21.30 erträglich und ich konnte mich gut bewegen.

Ab 21.30 wurden sie merklich stärker und um 22:10 Uhr rief mein Mann Marisa an, dass wir uns im GH treffen sollten. Wir verabredeten uns für 23 Uhr. Kurz nach dem Telefonat, um 22.15 Uhr, platze meine Fruchtblase im Flur und ich hatte sofort einen enormen Pressdrang.

Ich schrie meinen Mann nur noch an: „Das Baby kommt jetzt, wir müssen los!!“ und wir machten uns auf den Weg.

Die 20 Min im Auto zum Geburtshaus hatte ich immer wieder Presswehen und war permanent am Hecheln und am Stöhnen.

Wir kamen um 22.40 Uhr im Geburtshaus an. Marisa wollte noch Herztöne messen, was ich aufgrund des Pressdrangs vehement verneinte. Sie sagte , ich solle tun was mein Körper sagt und nach der nächsten Presswehe rief sie die 2.Hebamme Lisa an. Nach zwei weiteren Presswehen kam unsere Tochter Ylvie Louise schreiend und kerngesund um 22.51Uhr, 11 Minuten nach Ankunft im Geburtshaus, zur Welt.

Kurz danach kam Lisa zur Tür herein und hat den Hauptteil nur knapp verpasst :-D.

 

Trotz der rasanten Geburt hatte ich nur sehr leichte Verletzungen, die ganz schnell verheilt waren.

Danach kuschelten wir noch 2 Std, aßen Huhnersuppe und genossen die Zeit als kleine Familie.

Es war so wunderbar, die erste Nacht zuhause zu verbringen.

 

Wir danken den Hebammen aus dem Geburtshaus nochmal ganz herzlich für die tolle, enge und selbstbestimmte Betreuung vor und während der Geburt.

Ihr macht einen tollen Job und ich bin sehr dankbar für die positive Geburtserfahrung die ich machen durfte! 🙂 „

Aaron

Als Aaron zu uns kam….

 

Wir freuten uns gleich zu Beginn der Schwangerschaft auf die Betreuung im Geburtshaus Bielefeld, weil wir hier schon während der Schwangerschaft und Geburt unserer Tochter so wunderbar unterstützt wurden.

So hatten wir auch in dieser unkomplizierten Schwangerschaft regelmäßige Termine abwechselnd bei allen Hebammen. Ich war sehr zuversichtlich, dass alles wieder recht entspannt laufen würde, weil wir ja durch die Geburt unserer Tochter wussten, was auf uns zukommt. Allerdings sagt man ja auch, dass jede Geburt einzigartig ist. Und das kann ich inzwischen nur bestätigen…

Ende September hatten wir dann wieder einen Vorsorgetermin, weil die Schwangerschaft zwei Tage über den ET ging. Bei der Untersuchung erzählte ich Kathi, dass ich seit dem Morgen leichte Wehen hatte und ein Gefühl, als wenn es bald losgehen könnte. Kathi sagte, dass das ein gutes Zeichen ist und es durchaus sein könnte, dass wir uns abends wiedersehen werden.

Nach dem Termin sind meine Tochter und ich bei Sonnenschein und einem leckeren Eis in der Altstadt spazieren gegangen, was im Nachhinein besonders schön war, weil es das letzte Mal war, dass meine Tochter und ich „nur zu zweit“ unterwegs waren. Am Nachmittag zu Hause wurden die Wehen immer deutlicher und ich war froh, als meine Tochter um 20 Uhr eingeschlafen war und ich die Wehen in Ruhe auf dem Sofa veratmen konnte. Nun hatten Simon und ich auch endlich Zeit in Ruhe die Abstände zwischen den Wehen zu messen – nur noch 5 Minuten…deswegen rief ich die erste Hebamme an und Jana sagte mir, dass wir noch etwas warten könnten, uns in Ruhe fertigmachen und dann zum Geburtshaus aufbrechen könnten. Daraufhin riefen wir bei Oma an, damit sie zu uns nach Hause kommt, um auf unsere Tochter aufzupassen, während wir im Geburtshaus sind. Als Oma da war, machten wir uns frisch, um bald loszufahren, wir hatten schließlich 40 Minuten Fahrt vor uns.

Ich hatte das Gefühl, dass die Wehen wieder schwächer werden und alles letztlich doch noch länger dauern würde, weshalb ich es ruhig anging. Simon jedoch war unruhig und wollte unbedingt losfahren. So fuhren wir dann los, obwohl ich dachte, dann müssen wir halt noch länger im Geburtshaus warten…Doch es kam anders…Auf der Fahrt wurden die Abstände zwischen den Wehen sehr schnell immer kürzer. Wir wurden beide unruhig, weil wir merkten, die Geburt würde nicht mehr lange dauern. Als ich dann noch merkte, dass das Köpfchen vom Baby deutlich nach unten drückt, war es mit der Ruhe endgültig vorbei. Ich sagte: „Simon fahr, das Baby kommt!“. Endlich fuhren wir von der Autobahn runter, was bedeutete noch 15 Minuten bis zum Geburtshaus. Dann merkte ich, dass meine Hose plötzlich klitschnass war und rief: „Die Fruchtblase ist aufgegangen, schnell das Baby kommt!“. Ich war geradezu panisch, weil ich der festen Überzeugung war, wir müssten gleich anhalten und das Baby alleine im Auto entbinden. Ich griff zum Handy und rief die erste Hebamme an, um ihr zu sagen, wie weit die Geburt fortgeschritten war. Jana fragte ganz ruhig: „Wo seid ihr jetzt?“, „Noch zehn Minuten bis zum Geburtshaus.“, „Das schafft ihr, ich warte hier auf euch!“. Ich hoffte so, dass Jana recht behalten würde.

Das tat sie, zehn Minuten später steuerten wir auf das Geburtshaus zu. Jana stand draußen und winkte uns auf einen Parkplatz. Sie öffnete mir die Autotür und wir liefen gemeinsam ins Geburtshaus. Dort hatte Jana alles vorbereitet, sodass ich mich ausziehen konnte und auf den Knien vor dem schönen Himmelbett zur Ruhe kam. Ruhig wurde ich tatsächlich, weil ich wusste, jetzt kann das Baby kommen. Und so war es auch. Simon saß neben mir. Jana war da und Kathi kam als zweite Hebamme dazu. Vier oder fünf Wehen später wurde Aaron Maximilian geboren. Nach 13 Minuten im Geburtshaus. Wir waren überglücklich.

Wie bei unserer ersten Tochter konnten wir nach der Geburt zu dritt im Bett kuscheln und die Zeit nach der Geburt genießen. Jana und Kathi versorgten mich, kümmerten sich um Aaron, erledigten die Formalien und bereiteten uns ein wunderbar stärkendes Frühstück. Um vier Uhr morgens konnten wir dann schon wieder nach Hause aufbrechen. Dort angekommen weckten wir Oma, erzählten ihr von der aufregenden Geburt und legten uns dann zu unserer Tochter ins Bett. Als wir am Morgen wieder aufwachten, hatte unsere Tochter gar nicht gemerkt, dass wir weg waren. Ich sagte zu ihr: „Schau mal, wer da zwischen uns liegt!“. Unsere Tochter machte große Augen: „Das Baby ist da!“.

In den nächsten Tagen genossen wir zu viert das Wochenbett. Wir sind immer noch überglücklich, dass wir auch mit Aaron eine so phantastische Geburt hatten. Die Geburten unserer Kinder waren die schönsten und wichtigsten Erlebnisse in unserem Leben und wir sind dankbar, dass das Team vom Geburtshaus Bielefeld zu einem großen Teil dazu beigetragen hat!

Kleines Ü-Ei

Kleines ü-Ei

Frühjahr 2018 1. Schwangerschaft  es stand fest, die Maus soll im Geburtshaus zur Welt kommen. Leider hatte die Maus einen anderen Plan und ließ sich nicht aus der Beckenendlage rausbringen. Also kam sie Spontan im Franziskus.

Dezember 2019 ein positiver Schwangerschaftstest und mich sofort im Geburtshaus angemeldet. Alle meine Freunde hielten mich verrückt, denn wir waren in der Zwischenzeit ungezogen und hatten eine Anfahrt von 108km. In der 20.Woche bei Ultraschall wurde das Geschlecht bestimmt – zu 90% ein Mädchen.  Einige Wochen später, 38+3 Kontrolltermin beim Frauenarzt im Ultraschall unter den ersten Wehen, fragte der Frauenarzt: „Welches Geschlecht hatte ich Ihnen nochmal gesagt?“ „Mädchen“ „Das würde ich noch mal überdenken, egal wie lange ich schalle, es ist definitiv kein Mädchen!“

Dann ging es wieder nach Hause, die Große und die Hunde mussten noch raus, also erst mal  eine Runde spazieren gehen und auf Stärkere Wehen warten. Blieben mehr oder weniger regelmäßig, nicht schmerzhaft mit Druck nach unten. Abends noch fix nach einem Jungennamen geguckt und die Tasche gepackt. Nachts ab 3.00Uhr regelmäßige Wehen mit 5 Minuten Abstand, werden unter der Dusche stärker. Die Große steht auf, keine Spur mehr von Wehen. Gegen 10.00 Uhr Rücksprache mit der 1.Hebamme Johanna und einer  befreundeten fünffachen Mutter – erst Spazieren, die Große zur Oma bringen, dann in die Nähe kommen. Immer noch keine Wehen, beim Spaziergang allerdings ein immer stärker werdendes Ziehen. Gegen 14.00 Uhr Untersuchung durch Johanna – „wir warten noch mal auf Richtige Wehen“. Weiter geht´s zur Verwandtschaft, Tee trinken, Spazieren, power napping auf  dem Sofa. Der Schrittzähler sagt inzwischen 15000 Schritte bei ca. 10km und von Wehen immer noch keine Spur. Gegen 19.00 Uhr Abendessen, Spagetti Bolognese. Scheinbar doch Fehlalarm, also Gästebett aufbauen, noch einen Geburtsvorbereitungstee trinken und gegen 21.00 ins Bett kuscheln. 21.45 Uhr wollte gerade schlafen doch 21.50-21.57 Uhr aus dem nichts sieben ordentliche Wehen, also raus aus dem Bett, da kam mir mein Mann entgegen mit ordentlicher Bettschwere in den Augen. 22.00 Uhr 1.Hebamme angerufen, inzwischen Marisa und in 20 Minuten am Geburtshaus verabredet.  Dort wurden wir herzlich von Marisa und Alex in Empfang genommen. Zum Ankommen ging es erst einmal in die Badewanne, zunächst waren die Wehen wieder unregelmäßig, mit zunehmender Entspannung regelmäßig. 23.46 Uhr Untersuchung von Alex, Muttermund (MM) bei 2cm. „Na toll, das kann ja noch ewig dauern!“ war mein Gedanke. Nun folgt ein Wechsel aus im Vierfüßler Stand über dem Pezzi-Ball hängen und Pipi machen. Gefühlt fünf Minuten später, ca.0.50Uhr, nach 5-6 wirklich fiesen Wehen, muss ich pressen. Total perplex, wie schnell es doch auf einmal geht. 0.59 Uhr MM vollständig, mit meiner Zustimmung, wird die Fruchtblase durch die Hebamme geöffnet. 1.08Uhr können, wir den kleinen MANN in die Arme schließen. Nun wurde gekuschelt, der Papierkram erledigt, die Dammverletzung versorgt, der Kleine untersucht, es gab eine kleine Stärkung für uns und um 4.00 Uhr saßen wir zu dritt im Auto auf dem Weg nach Hause.

Es war eine schöne schmerzarme Geburt, immer gerne 😉 Vielen Dank an das tolle Team!