Schnelle Wassergeburt

Kurz nachdem mein Mann und ich  wussten wir würden ein zweites Kind bekommen (5.Woche), war uns klar, wir wollen unbedingt wieder ins Geburtshaus. Schon unseren ersten Sohn haben wir dort bekommen und wir fühlten uns besonders gut und liebevoll betreut. Wir haben die Geburt und alles drum herum in so schöner Erinnerung, dass wir uns nicht vorstellen konnten in ein Krankenhaus zu gehen. Deshalb waren wir sehr froh, als wir unsere Zusage bekamen.

Johanna half schon unserem ersten Sohn mit auf die Welt und auch Edith war vor vier Jahren schon in der Betreuung dabei. Während der vorbereitenden Termine lernte ich die weiteren neuen Kolleginnen kennen und fühlte mich bei allen sehr wohl. Ich fand und finde es immer wieder schön, dass ich weiß, wer bei der Geburt dabei sein wird, das entspannt und gibt Sicherheit. Als die Corona-Zeit losging, wurden wir umso vorsichtiger mit sozialen Kontakten, denn auf keinen Fall wollte ich im Krankenhaus entbinden müssen, gerade unter dem Aspekt, dass Väter evtl. gar nicht oder erst spät mit zur Entbindung kommen dürfen. Alles schien so unsicher…. Zum Glück blieben die hohen Fallzahlen in Bielefeld aus und wir schafften es gesund durch die vielen Wochen. Der monatliche Termin im Geburtshaus beruhigte mich immer wieder und war mir auch Ersatz für Vorbereitungskurse und Mütterkontakte, die ich in der ersten Schwangerschaft sehr genossen habe, die jetzt aber unter den sozialen Einschränkungen nicht möglich waren.

Einen Tag vor dem errechnetem Termin war ich morgens noch bei meiner Frauenärztin und die sagte mir schon, dass es eine Wehentätigkeit gebe und ich damit rechnen könnte, bald zu entbinden. Ich solle viel in Bewegung bleiben. Den Tag über spielte ich mit meinem Großen (4 Jahre) und besuchte die Nachbarn am Gartenzaun und merkte ein Ziehen nach unten, aber so richtig real waren diese Wehen noch nicht für mich. Beim ersten Kind bekam ich eine Formel an die Hand nach der ich genau sagen konnte, wann es losgeht, aber beim zweiten Kind ist alles anders und nicht so richtig vorhersagbar. Der Nachbarsjunge kam noch mit in unseren Garten und ich beschäftigte beide Kinder bis ca.16.30 Uhr. Wobei ich das schon als sehr anstrengend empfand. Mein Mann kam nach Hause und ich sagte ihm, dass es vielleicht bald losgehen würde und er jetzt das Nachbarskind wegbringen und mit mir ins Haus gehen müsse, um früh mit uns zu Abend zu essen. Das taten wir auch – mit viel Aufregung. Wir sprachen mit unserem Sohn nochmal alle möglichen Szenarien durch, dass wir ihn wahrscheinlich noch ins Bett bringen würden und dann sein Onkel da wäre, falls er aufwachen würde. Wir informierten die Hebamme im Dienst und waren sehr froh, da Johanna Dienst hatte. Was für ein schöner Zufall, dass sie bei unserer zweiten Geburt ebenfalls dabei sein würde! Um 20 Uhr lag ich dann mit meinem Sohn im Bett und dachte, dass ich ihn nicht in den Schlaf begleiten kann, weil ich aufgrund der kurzen und heftigen Wehen lauter atmen und tönen musste. Die kamen irgendwann in kurzen Abständen, so alle 2 Minuten und als mein Mann aus dem Schlafzimmer kam und unser Sohn schlief, riefen wir den Onkel an, dass er kommen kann. Ich bat meinen Mann noch den Garten zu wässern, da wir vor kurzem erst sehr viele neue Blumen gepflanzt hatten und es ein sehr heißer Tag war Mein Mann fand das sehr amüsant, zumal ich dann alle zwei Minuten in der Küche an die Arbeitsplatte ging, um mich darauf abzustützen und die nächste Wehe zu veratmen und zu tönen. Als mein Schwager gegen 21 Uhr da war, war ich dann doch sehr erleichtert. Ich war mir nicht sicher, ob wir zu lange gewartet hatten. Johanna war informiert, dass wir nun losfahren. Im Geburtshaus angekommen, wurden die Wehen rasant immer stärker und es gab nur wenige Pausen. Wie eine Naturgewalt überrollten mich die wellenartigen Wehen nun und ich klammerte mich mit aller Kraft an meinen Mann, der mir, wie ein starker Baum, Halt gab und mich einfach sein ließ. Irgendwie lief alles seinen Lauf, es ging Stück für Stück voran. Johanna schaute zwischendurch, wie weit der Muttermund geöffnet war. Da ich die Wehen so intensiv erlebte, hoffte ich auf eine große Weite, aber leider waren es bis dahin nur 4cm. Ich hatte eher auf 9cm gehofft und war kurz enttäuscht. Die erste Geburt verlief relativ schnell und ich hoffte doch so sehr, dass es nun auch schnell gehen würde. Johanna meinte jedoch ganz zuversichtlich, beim zweiten Kind sagt das nicht viel über den Geburtsverlauf aus, es könne trotzdem schnell gehen. Sie wusste, dass ich gerne im Wasser gebären wollte und so ließ sie mir schon kurz nach der Ankunft ein warmes Bad ein. Nach einigen Wehen sollte ich dann hinein und die Wärme tat, was sie sollte, sie verstärkte die Wehen. Es gab quasi keine Pausen und ich wand mich unter den Wehen und stützte mein Gesicht immer wieder in die warmen und vertrauten Hände meines Partners, der am Beckenrand saß. Irgendwann wurde ich unsicher, ob ich die Wehen Aushalten könnte, die Fruchtblase war noch nicht offen und ich konnte wenig zwischen den Wehen ausruhen. Johanna gab mir Mut und sagte: Trau dich jetzt mit den Wehen richtig mitzugehen. Es dauert nicht mehr lange. Und da platzte in der nächsten Wehe die Fruchtblase. Ich war erleichtert und presste weiter. Kurz danach spürte ich den Kopf, er war draußen und nach der nächsten Wehe fühlte ich mich unglaublich erleichtert. Ich setzte mich hin lehnte mich an den Wannenrand, schloss die Augen und als ich sie wieder öffnete, legte Johanna mir meinen zweiten Sohn auf die Brust. Das war so faszinierend, kurz vorher dachte ich noch, ich schaffe das nicht und jetzt war er da! Mein Mann sagte zu mir, er könne das auch nicht glauben. Es sei kurz nach 22 Uhr. Vor einer Stunde sind wir erst ins Geburtshaus gekommen. Nach ein paar Minuten des ersten Kennenlernens, konnte mein Mann mit Kathi und Jesse ins Nebenzimmer gehen. Kathi kontrollierte alle Funktionen und sein Aussehen. Alles war super. Ein gesunder 54cm langer Junge! Jesse, sagten wir direkt zu ihm. Nach dem Duschen, legte ich mich ins Himmelbett und konnte unseren Jesse das erste Mal stillen. Wir kuschelten mit ihm und Johanna brachte uns Obst und Joghurt zur Stärkung. Um kurz vor eins in der Nacht, brachen wir dann nach Hause auf. Unser Großer war noch wach, so dass wir ihm seinen Bruder direkt vorstellen konnten. Er war total begeistert  und bis jetzt ist er sehr verliebt in seinen kleinen acht Wochen alten Bruder.

Elin

Geburtsbericht von Elin

Schon in der 28SSW hatte ich erste Wehen und ab dann immer wieder große Sorgen. Doch nach sieben Wochen liegen, freute ich mich, dass ich jetzt endlich mein Baby bekommen konnte ohne große Sorgen.

Aber anstatt sich auf den Weg zu machen, blieb Elin noch in meinem Bauch. Sie blieb so lange, bis wir die SSW erreicht hatten, in der eine Geburt auch im Geburtshaus möglich ist.

Unser erstes Kind wurde auch schon im Geburtshaus geboren. Ich liebe diese heimelige und entspannte Atmosphäre vor Ort, einfach perfekt, um ein Kind zu bekommen.

Da ich nun eine zweite Geburt im Geburtshaus erleben durfte, war ich mir sicher, dass diese schnell gehen müsste. Denn schon Jarle kam mit einem hohen Tempo auf die Welt. Doch es sollte ein bisschen anders kommen.

Am Donnerstag hatte ich einen Blasensprung, mitten in einer Folge „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“. Ich meldete mich im Geburtshaus. Sollten die Wehen über Nacht stark genug sein, könnten wir kommen. Doch in dieser Nacht kam: Nichts.

Morgens fuhren wir ins Geburtshaus, der Muttermund war schon halb offen, aber noch immer keine Wehe zu spüren. Wir bekamen das Rezept für den Wehencocktail mit nach Hause. Den ganzen Tag gingen wir spazieren oder ich trank ein Glas von dem Cocktail. Irgendwann hatte ich dann einen Liter getrunken. Um 18 Uhr wurde ich langsam panisch. Wenn in zwei Stunden nichts passiert, würden wir ins Krankenhaus verlegt werden und das auch noch in Corona Zeiten. Und dann kamen die Wehen doch, langsam und vorsichtig. Ich rief im Geburtshaus an und Lisa sagte: „ Ich bereit dann schonmal das Geburtszimmer vor“. Dieser Satz machte mich so glücklich, dass ich innerlich endlich ruhiger wurde und die Wehen kommen konnten.

Die Geburt von Elin war kein Spaziergang, aber ein drei Stündiger Tanz mit meinem Mann und den Wehen. Um 21:11 Uhr kam Elin dann endlich auf die Welt. Es erfüllt mich mit großem Stolz meine beiden Kinder im Geburtshaus auf natürlichem Weg zur Welt gebracht zu haben. Alle Menschen die dort Arbeiten wissen immer genau, was wann zu tun ist. Vielen Dank an das ganze Team des Geburtshauses. Eure Arbeit ist unglaublich wertvoll. Ihr steht immer mit Rat und Tat zur Seite, während der Schwangerschaft, bei der Geburt und nach der Geburt. Ich kann nur jedem Paar empfehlen, ihre Geburt hier zu planen. Ich danke euch von Herzen für die schönen Geburten.

Kein Aprilscherz!

Ich habe Wochen darauf gewartet und dann war es soweit: am 01. April setzte ich den Text „15:02 UHR, 50CM, 3112 GRAMM ICH BIN DER GLÜCKLICHSTE MENSCH DER WELT. MEINE PIZZA IST ENDLICH DA.“ in meinen WhatsApp Status. Da unser errechneter Termin Montag der 06.4.2020 war, hab ich einige Menschen reinlegen können. Unser Sohn fand den Scherz anscheinend nicht sehr gelungen, denn ab 17.30 Uhr bekam ich ein komisches Druckgefühl in Scham- und Steißgegend. Überrascht fing ich an Freundinnen zu fragen, ob das Wehen sind. Aber das Gefühl kannte so keine, somit bin ich dann vom bekannten Spruch „wenn du dir unsicher bist, sind es keine“ ausgegangen. Bewegung soll ja Wehen anregen, also bin ich dann mit unserem Hund spazieren gegangen und musste anfangen anders zu atmen – es waren wirklich die ersten Wehen! Auf der Toilette ging der Schleimpfropf ab, es ging also los. Mein Mann kam nach Hause und ich fragte ihn, wie gern er denn den nächsten Tag würde arbeiten wollen. Er verstand sofort und fing bei jedem Aufstöhnen meinerseits an zu lachen, er freute sich einfach nur und wusste durch den Geburtsvorbereitungskurs, dass es sowieso noch ewig dauern würde. Wir überlegten noch den Hund wegzubringen, entschieden aber, dass es noch Zeit bis morgen hat und wollten schlafen gehen. Im Liegen konnte ich mit den Wehen nicht gut umgehen, also bin ich ins Wohnzimmer aufs Sofa gegangen. Mann und Hund waren am Schlafen, ich hab Musik gehört, Position gewechselt und veratmet – immer im regen Kontakt mit meinen Freundinnen, die schon Kinder bekommen haben. Auf deren Tipp hin fing ich ab 23 Uhr an die Wehen mitzuschreiben, Abstände waren noch zu lang, Dauer zu kurz. Ich wollte mich ja an die 3-2-1 Regel halten: alle 3 Minuten über 2 Stunden sollen die Wehen 1 Minute lang kommen. So ab 1.50 Uhr waren meine Wehen alle 2.5-3 Minuten da, aber immer noch „nur“ 40-50 Sekunden lang. Ich fing an lauter zu atmen und mein Mann wurde davon wach, wir haben geredet und beschlossen unseren Hund doch zu Schwiegerpapa zu bringen, da war es 2.30 Uhr. Während ich also allein Zuhause war platzte die Fruchtblase, ich rief im Geburtshaus an. Hanna hörte sich meinen Bericht an und meinte, wenn mein Mann wieder da ist, können wir langsam los, Treffen so in einer halben Stunde. Ich legte auf, mein Mann kam rein und ich hatte die erste Presswehe. Direkt nochmal bei Hanna angerufen, die fragte, ob es eine Hausgeburt wird oder wir es noch mit dem Auto schaffen, ich wollte lieber ins Geburtshaus, also Treffen in 10 Minuten. Wir kamen gegen 3 Uhr an, sie bestätigte uns, dass der Muttermund komplett offen ist und ich ab sofort pressen darf. Mein Mann und ich haben uns dann gemeinsam mit ihr und Kathi durch eine gute Stunde Presswehen gekämpft, um 4.09 Uhr kam der Kleine auch schon raus. Er wollte direkt trinken und wir durften kuscheln. Während ich genäht wurde, hat mein Mann gewickelt und den Stinker angezogen. Ich brauchte noch eine Infusion, bekam Cola, der Kreislauf war weg. Der Kleine dafür hat beste Werte bekommen, kam schon sauber und rosa auf die Welt. Wir sind absolut verzückt und die Hebammen begeistert von Geburt und Janosch ?

Kleines Wunder

Donnerstag den 16.03.2020 fühlte ich mich so gut das ich beschloss mir die Zeit mit Fensterputzen zu vertreiben. Gesagt getan in Ruhe gefrühstückt und eine kleine Runde mit dem Hund gegangen. Danach ging es an die Fenster irgendwie musste man sich die Zeit des wartens ja vertreiben.

Nach getaner Arbeit genoss ich erstmal die Sonne. Nachmittags kam ich auf die Idee mit meinem Partner einen Spaziergang zu machen. Als wir nach gut 45 Minuten wieder zuhause ankamen beschloss ich mich nur noch aufs Sofa zu legen und nichts mehr zu machen.

Meine Gedanken waren noch, schade wieder einen Tag ohne das die Wehen einsetzten. Auch wenn ich erst bei 39+4 war so langsam verging einem die Lust auf das warten. Wir planten einen entspannten Abend, doch es kam plötzlich alles anders….

Gegen 18.00 wollte ich nur mal kurz auf die Toilette auf dem Weg war es dann aber soweit, die Fruchtblase war geplatzt.

 

Die Freude das es bald los ging war groß, doch auch die Unsicherheit, denn von richtigen Wehen keine Spur. Da es bereits Abend war und ich wusste das ich im Geburtshaus nur bis 24 stunden nach Blasensprung entbinden kann beschloss ich im Geburtshaus anzurufen.

 

Ich schilderte Johanna die Situation und wir beschlossen das ich Abends einmal zur Kontrolle ins Geburtshaus kam. So machten wir uns gegen 20.00 Uhr mit mittlerweile leichten Wehen auf den Weg ins Geburtshaus und Johanna machte ein kurzes CTG und gab mir zur Sicherheit alles für den Wehencoktail mit.

 

Wir vereinbarten das ich mich gegen 06.00 am Freitag bei ihr melde um die Lage zu besprechen.Nach einer sehr unruhigen Nacht (ca. alle 10 Minuten leichten Wehen) hörten die Wehen gegen 03.30 auf.

 

Ab da wartete ich darauf was passiert immer in den Hoffnung das die Wehen wieder anfingen und natürlich die ganze Zeit mit dem Gedanken das wir ab Blasensprung 24 Stunden Zeit haben im Geburtshaus zu entbinden. Als es endlich 6 Uhr war rief ich Johanna an und wir entschieden das ich Teil 1 des Wehencocktails trinke und mich nach 1 Stunde wieder bei ihr melde. Nachdem ich den ersten Teil getrunken hatte setzen nach relativ kurzer Zeit die Wehen langsam in einem Abstand von allen 6-10 Minuten wieder ein und so beschlossen Johanna und ich den 2. Teil erst nach 2 Stunden zu trinken.

Ich sollte mich auch dann wieder melden. Nachdem ich gegen 08.30 Uhr den 2. Teil getrunken hatte nahm die Häufigkeit der Wehen zu (alle 3-5 Minuten) immer dabei im Auge die Uhr und der Gedanke das bis 18.00 die Geburt fortgeschritten sein muss. Ab 11.00 Uhr hatte ich dann alle 3 Minuten Wehen allerdings immer nur für 30 – max 50 Sekunden.

Johanna und ich telefonierten erneut und beschlossen das der 3. Teil des Wehencocktails nicht mehr nötig ist. Sie sagte ich sollte mich melden wenn ich ca. alle 3 Minuten für eine Minute Wehen hätte.

 

Ab ca. 15.00 hatte ich dann alle 2-3 Minuten für knapp 50 Sekunden Wehen und so beschloss ich Johanna erneut anzurufen. Mittlerweile wurde ich aufgrund der Zeit immer nervöser und die Angst doch ins Krankenhaus zu müssen stieg. Doch am Telefon schaffte Johanna es mich ein wenig zu beruhigen und wir vereinbarten uns um 16.00 Uhr am Geburtshaus zu treffen.

 

Dort angekommen untersuchte Johanna mich und sagte mir das der Muttermund erst 3cm geöffnet ist….

Mein erster Gedanke war direkt wieder verdammt nur noch 2 Stunden bis die 24 Stunden ab Blasensprung um sind.

Nachdem alles untersucht wurden schickte uns Johanna den Johannisberg hoch und versprach mir danach noch ein warmes Bad.

Ich muss sagen in diesem Moment habe ich sie ein wenig verflucht wie sollte ich mit den Wehen 40 Minuten laufen.

 

Nachdem wir dann wieder im Geburtshaus ankamen und ich in der warmen Badewanne saß untersuchte Johanna mich erneute und ein Glück der Muttermund war ca 6 cm geöffnet.

Nach kurzer Zeit in der Badewanne wurde ich erneut Untersucht und zur großen Freude von allen war der Muttermund vollständig geöffnet. In der zwischenzeit war auch Lisa dazugekommen und ich durfte endlich mit pressen. Und so kam um 18:37 unser kleines Wunder auf die Welt.

Alles in allem hatte ich eine doch relativ schmerzarme Geburt und mit Johanna und Lisa eine wunderbare Unterstützung. Johanna hat es zu jederzeit geschafft mir die Zweifel und den Zeitdruck zu nehmen und hat mich mit der sehr ruhigen und positven Art ein sehr gutes Gefühl gegeben.

Spannende Landung…..

Spannende Landung auf dem Planeten Erde
Als ich am 04.03.2020 morgens um 05.30Uhr etwas Fruchtwasser bemerkte, war ich noch sehr ruhig und wollte es erstmal noch ein bisschen mit Schlafen versuchen. Daraus wurde dann jedoch nichts, denn die ersten Wehen gingen los und ich merkte: das waren keine Probewehen :-D.
Da hinter mir eine unkomplizierte Schwangerschaft lag, fühlte ich mich bereit für alles was da kommen möge (Naja so „bereit“ man sich vor einer unbekannten Situation halt fühlen kann). Von unserem kleinen Baby hatte ich viel gespürt und somit das Gefühl, dass wir uns schon etwas kannten.
Vormittags meldeten wir uns im Geburtshaus – natürlich kamen die Wehen noch in recht langen Abständen und wir bekamen die Info, dass diese über den Tag auch nochmal schwächer werden und gegen Abend dann wieder an Intensität zunehmen könnten. Auf einen gefühlt „langen“ Prozess hatte ich natürlich keine Lust, aber schnell wurde ich durch die Wehen von diesem Gedanken abgelenkt. In den folgenden Stunden versuchten wir eine Mischung aus Ablenkung und Bewegung. Wir drehten eine langsame Runde durchs Viertel, kauften Leckereien auf den Markt und mein Partner schaffte es sogar, mich zum Baden zu motivieren. Ich hätte es vorher nicht gedacht, aber es entspannte mich wirklich. Um 17Uhr fuhren wir zur verabredeten Kontrolle ins Geburtshaus. Wie vorher schon am Telefon, waren wir gut beraten durch Kathi, die meinte, es würde zwar voran gehen aber ein bisschen mehr müsste noch passieren. Also erst mal wieder zurück nach Hause. Die Wehen wurden zum Abend hin stärker, kamen ca. alle 5-10 Minuten, dauerten jedoch keine Minute an. Also nochmal baden und viel Zuspruch durch meinen Partner. Auch Folgendes habe ich vorher nicht geglaubt: zwischen zwei Wehen lässt sich tatsächlich kurz einnicken – na ja, der Tag war ja auch schon anstrengend genug gewesen.
Um 01:00 Uhr (dann ja schon der 05.03.2020) fuhren wir ins Geburtshaus. Die folgenden Stunden wurde ich von Kathi und meinem Partner super gut unterstützt – ich gab nochmal alles und Kathi ermutigte mich durch viel Zuspruch. Wir ließen keinen Trick aus, um den Geburtsvorgang, trotz noch immer nicht „perfekten“ Wehen voranzubringen. Diverse Positionen, um dem Baby bei dem letzten bisschen Drehung zu helfen, den Johannisberg rauflaufen (okay, ich gebe zu: ich hatte nur Schlappen an, auf Schnürsenkel und Schuhe, wollte ich echt keine Energie mehr verschwenden:-D). Auch die Treppen im wunderschönen Treppenhaus des Geburtshauses nahm ich, in den frühen Morgenstunden, noch mit recht viel Elan. Die Zeit war leider gegen uns und trotz voranschreitender Geburt, fehlte das letzte bisschen. Wider Erwarten hatte sich das Kind immernoch nicht passend in das Becken gedreht – die Kopfform hätte genau in das Becken passen sollen. Dazu kam eine zweite Fruchtblase, welche sich zwischenzeitig gebildet hatt, sodass das Kind nicht weit genug absinken konnte. Gegen Morgen verließen mich die Kräfte. 24 Stunden alles gegeben. Zur Beratschlagung der Lage kam Johanna hinzu.
Ich fühlte mich bei meinen jetzt drei Mitstreiter*innen in sehr guten Händen und gut beraten – die Kraft, etwas allein zu entscheiden, hätte ich nicht mehr gehabt. Also ab ins Franziskus (ca. 07:00 Uhr). Johanna hat gut auf mich aufgepasst und mir aufgrund meiner aufgebrauchten Energiereserven eine PDA empfohlen. PDA? Das wollte ich doch gar nicht! Oder jetzt doch? Meine Skepsis gegenüber Entbindungen
in Krankenhäusern war dieser voreingenommenen Meinung geschuldet. Dazu kam das Gefühl, dass mir in einem Krankenhaus vermutlich früher oder später ein Kaiserschnitt empfohlen werden würde. Naja, den wollte ich ja nun auch nicht. Die Aussicht auf ein paar Stunden Schlaf und es dann mit wiedergewonnener Kraft erneut zu versuchen, ließ die PDA doch als eine sinnvolle Variante erscheinen. Leider musste ich auf diese dann doch recht lange warten. In dieser Zeit war die nette Hebamme aus dem Franziskus und vor allem mein Partner eine unglaubliche Unterstützung! Ich konnte auf jeden Fall nicht mehr. Als die Erlösung dann endlich kam, wirkte sie schnell und erschöpft nickte ich ein.
Natürlich wurde ich im Kreissaal nicht lange schlafen gelassen (wäre ja auch zu schön gewesen

), denn ich sollte regelmäßig auf bestimmte Werte gecheckt werden. Als ich geweckt wurde, war mein Partner gerade zur Stärkung in der Kantine und ich ehrlich gesagt, sehr gut drauf (oder vielleicht auch etwas high von den Medikamenten…). Ich spürte keine Schmerzen mehr und war optimistisch, dass jetzt alles doch noch klappen würde. So verstand ich auch die Hebamme, mit der ich jetzt – unglaublich aber wahr- sogar ein kleines Pläuschchen halten konnte. In den folgenden Stunden, fehlte jedoch weiterhin das letzte Bisschen. Unserem Baby fehlte das letzte Stückchen Drehung. Durch die PDA hatte ich nicht das Gefühl, noch richtig gut „mitschieben“ zu können…
Irgendwann ließ der Arzt den Kaiserschnitt vorbereiten – die Länge des Geburtsprozesses war wohl mittlerweile zu risikoreich für das Baby und mich. Mein Partner und ich sprachen uns für einen letzten Versuch aus, dem Baby eine „natürliche“ Landung zu ermöglichen und alle Anwesenden gaben nochmal Alles. Um 11:50Uhr, dann ein kurzer Schockmoment als die Herztöne sanken – dann eine schnelle Entscheidung für die Saugglocke und ich sah etwas umwickeltes Unförmiges und hörte den Arzt zählen:“ eins, zwei, drei“ als er etwas abwickelte – ich dachte nur „ach du Scheiße, die Nabelschnur!!!!!“…
Dann war der kleine Erdenbürger schon in meinem Armen und quakte. Alles war gut, alles war dran! Der Schock mit der dreifach umwickelten Nabelschnur (das war der Grund für die unvollständige Drehung), saß mir und meinem Partner noch etwas in den Knochen aber unserem Kleinem fehlte nichts -ganz im Gegenteil

Sehr sehr sehr sehr glücklich – es ist ein Gefühl was ich gar nicht erst versuche besser zu beschreiben (unmöglich) – machten wir es uns zu dritt im engen Krankenhausbett bequem.
Das war eine spannende Landung auf dem Planeten Erde, kleiner Juri – wir freuen uns, dass du es geschafft hast!